04.09.2018

Rollen AB-Züge bald in Afrika?

Die Appenzeller Bahnen erneuern ihr Rollmaterial. Die ausgedienten Züge sollen verschrottet werden. Egon Minikus aus Speicher möchte den Zügen aber ein zweites Leben ermöglichen – auf der Strecke zwischen Youndé und Doula in Kamerun. Die AB sind nicht abgeneigt.

Wegen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllen die alten AB-Wagen die hiesigen gesetzlichen Anforderungen nicht mehr. Sie wurden deshalb vor wenigen Wochen durch «Walzer» und «Tango» ersetzt und sollen verschrottet werden.

Der pensionierte SBB-Mitarbeiter Egon Minikus aus Speicher hat mit dem rund 40-jährigen Rollmaterial allerdings grössere Pläne. Diese sollen ihn und drei Kompositionen ins westafrikanische Kamerun führen, berichtet die «Appenzeller Zeitung».

Den gesetzlichen Anforderungen wie Niederflureinstieg genügten die Züge zwar nicht mehr, technisch seien sie aber noch einwandfrei. Minikus’ Plan sieht vor, neun Personenwagen sowie jeweils drei Trieb- und Steuerwagen, die bei der AB ausgemustert werden, über Rotterdam und dann per Schiff nach Kamerun zu verfrachten. Das westafrikanische Land verfügt bereits über ein Meterspurnetz, grosse technische Umbauten wie im Fall von Südafrika wären daher nicht nötig, so die «Appenzeller Zeitung». Konkret sollen die roten Kompositionen auf der Strecke zwischen Youndé und Doula eingesetzt werden.

AB-Mediensprecherin Sabrina Huber bestätigt der «Appenzeller Zeitung», dass Egon Minikus als Mittelsmann an die AB gelangt sei. «Ein Verkauf der Züge an ein Bahnunternehmen in Kamerun ist für die AB denkbar», so Huber gegenüber der Zeitung. Gegenüber Minikus sei auch eine Preisvorstellung kommuniziert worden. Mitte Oktober erwarte man die Rückmeldung, ob der Deal zustande kommt und die Appenzeller Züge künftig in Westafrika verkehren können.