Regloplas stärkt Technologiestandort St.Gallen mit Neubau
19.02.2020

Regloplas stärkt Technologiestandort St.Gallen mit Neubau

Der Hersteller von Temperiergeräten für die verarbeitende Industrie hat in den letzten Jahren eine starke Umsatzsteigerung verzeichnet und will nun den in den 1970er-Jahren bezogenen Produktionsstandort an der Flurhofstrasse zugunsten einer neuen Fabrik an der Martinsbruggstrasse aufgeben.

In rund 18 Monaten sollen dort die aktuell über 100 Mitarbeiter - Tendenz steigend - die ersten Temperiergeräte zusammenbauen, damit diese ihren Dienst in all jenen Branchen verrichten, die auf kontrollierte Temperaturverhältnissen angewiesen sind: vom Kunststoffspritzguss über die Lebensmittelherstellung bis zur Labortechnik.

Für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Regloplas AG ist dieser Schritt ein Bekenntnis zum Standort St.Gallen. Sie liess sich bei ihren Überlegungen zur Standortwahl vor allem davon leiten, optimale Arbeitsbedingungen für ihre heutigen und künftigen Mitarbeitenden zu bieten. Diesbezüglich hat St.Gallen ausgezeichnete Karten; und da hier der Baugrund knapp und die Nachfrage danach hoch ist, hofft die Regloplas, am neuen Standort schon bald vergleichbar innovative Firmen in der Nachbarschaft anzutreffen, Firmen, die viele hochkarätige und wertschöpfungsintensive Arbeitsplätze schaffen. Wer weiss – vielleicht spricht man schon bald vom Technologie-Cluster Martinsbruggstrasse!

Jahrelang sind Industriebetriebe aus den Städten abgewandert, auf der Suche nach günstigem Bauland, lockeren Bauvorschriften und der Nähe zur Autobahn. In jüngster Zeit hat sich der Trend umgekehrt: Den Wettkampf um kompetente Mitarbeitende bestehen nur jene Betriebe, die attraktive Arbeitsbedingungen an einem attraktiven Standort bieten. Jüngstes Beispiel: Der Stadt St. Galler Hersteller von Temperiergeräten, einem unbestritten industriellen Produkt, hat sich bewusst für St.Gallen als Standort entschieden, dies obwohl die Suche nach einer geeigneten Bauparzelle sehr anspruchsvoll war.

Regloplas entwickelt, produziert und verkauft Temperiergeräte; elektro-mechanische Apparate, die in all jenen Branchen Verwendung finden, die auf stabile, kontrollierte Temperaturverhältnisse angewiesen sind. Das Einsatzspektrum reicht vom Kunststoffspritzguss über den Aluminiumdruckguss, die Grundstoffherstellung für die Energiespeichertechnik, die Nahrungsmittelherstellung bis zur Temperierung anspruchsvoller chemischer und biologischer Prozesse. Die Temperiergeräte und -systeme werden in St.Gallen nicht nur entwickelt, sondern auch physisch zusammengebaut. Von den über 100 Mitarbeitern - Tendenz steigend - arbeiten rund die Hälfte in der Produktion. Hauptabsatzmärkte sind die EU, Nordamerika und Ostasien; weniger als 5% des Umsatzes wird in der Schweiz erzielt.

Trotz zahlreicher Herausforderungen - Rezession 2008, Frankenstärke 2011- konnte die Regloplas ihren Umsatz beständig steigern, mit dem Effekt, dass sie vor rund 3 Jahren definitiv an ihre "Grenzen des Wachstums" gestossen ist. In ihrem angestammten Fabrikbau, den sie 1971 an der Flurhofstrasse bezogen und schrittweise erweitert hatte, war eine weitere Umsatzsteigerung nicht mehr möglich. Gleichzeitig waren sich der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bewusst, dass für die kommenden technologischen Herausforderungen - wie z. B. Industrie 4.0 - weiteres Umsatzwachstum finanziell notwendig war. Eine neue Fabrik mit mehr Platz musste also her.

Bei der Suche nach einem neuen Standort liess sich die Geschäftsleitung von einer Beobachtung leiten, die sich in den letzten Jahren zunehmend akzentuiert hat: Es wird immer schwieriger, kompetente Mitarbeitende zu finden; und zwar in fast allen industriell relevanten Beschäftigungsfeldern. Also vom Logistiker bis zum Software-Entwickler. Um im Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein, wird es darum immer wichtiger, attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten. Die Attraktivität des Firmenstandorts ist dabei ein wesentlicher Faktor.

Das war denn auch der ausschlaggebende Faktor für den Entscheidend, in der Stadt St.Gallen zu bleiben. Eigentlich hätte die Firmenleitung einen Standort in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs St.Gallen bevorzugt, vor allem auch angesichts der zunehmenden Anzahl Pendler aus dem weiteren und ferneren Umland. Dieser Vision am Nächsten kam - in der praktischen Umsetzung - die von der Stadt St.Gallen im Baurecht angebotene  Bauparzelle an der Martinsbruggstrasse. Positiv sind insbesondere die gute Erschliessung durch öffentlichen und privaten Verkehr (Nähe Autobahnanschluss, geplante Veloschnellroute) sowie die relative Zentrumsnähe. Ergänzend muss erwähnt werden, dass der Flächenbedarf der Regloplas mit aktuell 68 m2 Nettogeschossfläche pro Arbeitsplatz recht bescheiden, die Wertschöpfung pro Arbeitsplatz aber beträchtlich ist, sodass die Ansiedlung dieses Technologiebetriebs im engeren Agglomerationsgürtel auch städteplanerisch sinnvoll ist. Da es sich an der Martinsbruggstrasse um eine der wenigen noch verbleibenden grossen Bauflächen handelt, ist die Nachfrage entsprechend gross.

Für Regloplas bietet der Neubau abgesehen von der Effizienzsteigerung in der Produktion auch die Möglichkeit, die Prozesse umweltfreundlicher zu gestalten. So ist z. B. geplant, die gesamte Dachfläche für Photovoltaik zu nutzen und so einen möglichst hohen Anteil des Verbrauchs an Prozessenergie aus Eigenproduktion decken zu können. Auch der Wasserverbrauch für das Testen der Temperiergeräte soll auf weniger als einen Zehntel gesenkt werden.