06.02.2018

Doch noch Herzchirurgie für St.Gallen?

Das Kantonsspital St.Gallen hat grosse Ambitionen – trotz schweizweiter Überkapazitäten: Operationen am offenen Herzen sollen möglich sein. Ein erster Anlauf scheiterte 1995 an der Urne.

Am St.Galler Kantonsspital sind heute keine Operationen am offenen Herzen möglich, der Leistungsauftrag dazu fehlt. Patienten, die eine Bypassoperation oder neue Herzklappen brauchen, müssen deshalb zum Beispiel nach Zürich. Das Kantonsspital wolle das ändern: Es beantragt für die nächste Spitalliste einen entsprechenden Leistungsauftrag, berichtet srf.ch.

In der Schweiz gibt es bereits 16 Herzzentren. Experten sprechen von einer Überkapazität in diesem Bereich.

Der St.Galler Kantonsrat nimmt sich demnächst des Themas an. Die vorberatende Kommission stellt sich hinter die Idee, dass es in der Ostschweiz eine eigene Herzchirurgie brauche. «Es muss aber nicht in jedem Fall das St. Galler Kantonsspital sein, welches das leisten kann», sagt Kommissionspräsident Walter Locher (FDP) zu srf.ch. «Es könnte auch ein privater Anbieter sein.» Diese Frage müsse die St. Galler Regierung klären.

Die Regierung legt die neue Spitalliste 2022 fest. Dann wird sich klären, ob eine St. Galler Herzchirurgie überhaupt eine Chance hat.

Das St. Galler Stimmvolk hat 1995 schon einmal eine Vorlage für eine Herzchirurgie mit rund 62 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Es ging um Investitionen von 7,5 Millionen Franken. Die Regierung argumentierte, man wolle das Kantonsspital aufwerten – die Gegner sprachen schon damals von einer schweizweiten Überkapazität in der Herzchirurgie.