13.08.2018

10'000 Franken Spesen ohne Beleg?

Ende Jahr, spätestens nächstes Frühjahr soll die Anklage gegen Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz und seinen Berater Beat Stocker stehen. Dabei geht es um umstrittene Firmenverkäufe, bei denen Vincenz und Stocker mitverdient haben sollen. Jetzt tauchen auch noch horrende Spesenbezüge auf.

Wichtig für die Arbeit der Zürcher Staatsanwaltschaft seien auch teilweise horrende Spesenbezüge von Vincenz, berichtet die «SonntagsZeitung». In mindestens einem Fall wurden gut 10 000 Franken Spesen ausbezahlt – allein aufgrund eines A4-Blatts, auf dem der Betrag und der Hinweis «Spesen» vermerkt waren.

Abgezeichnet wurde dieser «Beleg» durch den damaligen Verwaltungsratspräsidenten Johannes Rüegg-Stürm. Warum bei solchen Beträgen weder die Revision noch die Compliance eingegriffen haben, ist unklar, so die SonntagsZeitung.

Aufgrund einer Strafanzeige hat die Zürcher Staatsanwaltschaft im Februar ein Verfahren gegen Pierin Vincenz eingeleitet und ihn festnehmen lassen. Der 62-Jährige soll sich privat an den Bankgeschäften bereichert haben. Im Juni wurde der Bündner, der heute in Appenzell Ausserrhoden lebt, nach 106 Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen.