Nachhaltig heizen fürs Klima

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, die eigenen vier Wände kostengünstig und umweltschonend zu heizen. Auch wenn fossile Brennstoffe noch immer eingesetzt werden, sind nachhaltige Heizsystememittlerweile konkurrenzfähig und längerfristig kostengünstiger. Wer beim Bau eines Eigenheims oder einer Renovierung nach der geeigneten Heizungslösung sucht, braucht vor allem eins: Eine gute Beratung.

Wer sich für eine effiziente Energielösung in seinem Eigenheim entscheidet, hat nicht nur finanzielle Vorteile, sondern leistet auch einen Beitrag an das Klima. Längerfristig bietet eine nachhaltige Heizungslösung die Chance, die Heizkosten zu senken – und man ist dadurch weniger stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Die Zahlen zeigen, dass in der Schweiz nach wie vor rund ein Drittel der Energie in den Haushalten für Heizung, Klimatisierung und Aufbereitung von Warmwasser verbraucht wird.

Gute Beratung wichtig

Bei der Anschaffung einer neuen Heizungsanlage gilt es viele Kriterien zu beachten. Sehr häufig ist der Preis das wichtigste Kriterium. Dabei müssen aber nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigt werden, sondern auch die laufenden Betriebs- und Energiekosten. Bei der Anschaffung ist eine Anlage, die mit Öl oder Gas betrieben wird, günstiger als beispielsweise eine Wärmepumpe. Schaut man aber die Energie- und Betriebskosten an, so ist eine nachhaltige Heizlösung bei einer Betriebsdauer von 12 Jahren günstiger als eine Ölheizung. Zudem bestehen gute Aussichten auf einen Förderbeitrag.

Um die passende Heizungslösung zu finden, lohnt es sich, einen Experten beizuziehen. «Hier ist es wichtig, dass der Hausbesitzer viele kompetente Ansprechpartner hat», sagt Philipp Egger, Geschäftsleiter der Energieagentur St. Gallen. Dies hat auch der Bund erkannt und führt derzeit zusammen mit dem Gebäudetechnikverband suissetec eine Ausbildungskampagne für das Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär- und Spenglergewerbe durch.

Mit dieser Ausbildung ist der Installateur in der Lage, beim Hausbesitzer eine Impulsberatung durchzuführen. Die Energieagentur St. Gallen ist bei der Kampagne dabei und führt zusammen mit der Energieakademie Toggenburg diese Ausbildungskurse im Kanton St. Gallen durch. «Je mehr gut ausgebildete Installateure es gibt, die ohnehin bei den Kunden grosse Vertrauen geniessen, umso mehr können Installateure in ihrer Schlüsselrolle den Hauseigentümern die Vorteile beispielsweise einer Wärmepumpe aufzeigen und somit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2 leisten», sagt Philipp Egger.

Wärme aus erneuerbaren Energiequellen

Mit einem Anteil von zirka 90 Prozent haben Wärmepumpen in der Schweiz bei Neubauten die Nase vorne. Sie können im Zuge einer Gebäudesanierung auch in ältere Gebäude eingebaut werden. Durch die Kombination Wärmepumpe und Photovoltaik-­Anlage kann man sein Haus noch effizienter mit Energie versorgen und einen grossen Teil seines Strombedarfs selber abdecken.

Solarthermieanlagen lassen sich auch in Altbauten einsetzen. Sie wandeln die Sonnenenergie in warmes Wasser um. In Ergänzung zu einer Öl- oder Gasheizung kann das Warmwasser den Sommer hindurch mit ­einer Solarthermieanlage aufbereitet werden. Da­durch kann der Öl- oder Gasverbrauch stark reduziert werden.

Um herauszufinden, wie die Sonnenenergie fürs eigene Heim entweder zur Stromproduktion oder zur Warmwasseraufbereitung genutzt wird, empfiehlt sich der Beizug eines Experten. Zu den Spezialisten für nachhaltige Energielösungen gehört die Säntis Energie AG. Geschäftsführer Marc Zysset erklärt, was es bei Solaranlagen zu beachten gilt: «Die eigenen Energiebedürfnisse und baulichen Möglichkeiten sind entscheidend für die Auslegung einer Anlage zur Nutzung von Sonnenenergie (Photovoltaik oder Solar­thermie). Heute gibt es fast für jede Liegenschaft eine sinnvolle Lösung.»

Eigenen Strom selber verkaufen

Entschliesst sich ein Hauseigentümer für eine Photovoltaik-Anlage, lohnt es sich eventuell, sie mit einem Stromspeicher auszustatten. In aller Regel werden im Haus nämlich höchsten 20 Prozent der gewonnen Elektrizität selbst verbraucht. Mithilfe des Stromspeichers kann die gewonnene Energie gespeichert und bei Dunkelheit oder wenn die Sonne nicht scheint, später im Haushalt verbraucht werden, dadurch muss weniger zusätzlicher Strom aus dem Netz bezogen werden.

Seit 2018 sind Stromspeicher für Gebäudeeigentümer, vor allem bei Mehrfamilienhäusern oder Quartieren, mit einer Photovoltaik-Anlage auch noch aus anderen Gründen finanziell interessant: Bisher mussten sie den Stromüberschuss ins Stromnetz einspeisen und wurden pro kWh vom Elektrizitätsversorger dafür entschädigt. Neu können sie den Strom an andere Verbraucher verkaufen. Grundlage dafür bilden die im neuen Energiegesetz verankerten Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch, kurz ZEV.

Adriano Tramèr, Leiter Produktion und Mitglied der Geschäftsleitung bei der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK), erklärt, welche Vorteile diese Lösung für Gebäudeeigentümer hat: «An einem Ort der Produktion können sich mehrere Grundeigentümer zum gemeinsamen Eigenverbrauch des von ihnen selber produzierten Strom – über benachbarte Parzellen – zusammenschlies­sen. Die zeitgleiche Nutzung des ökolo­gischen Stromes vom Dach ist heute günstiger als der Strombezug übers Netz. Ein möglichst hoher Eigenverbrauch führt zu einer schnelleren Amortisation der PV-Anlage. Und: Die Immobilien erfahren dadurch eine Wertsteigerung und sind somit für potenzielle Käufer und Mieter attraktiver.»

Ob beim Eigenheim der Ersatz der Heizanlage ansteht oder eine umweltfreundliche Ergänzung der bestehenden Heizanlage gesucht wird: Mit einer kompetenten Beratung lässt sich die passende nachhaltige Lösung finden. Und dies kommt längerfristig nebst dem Portemonee auch der Umwelt zugute.