Leben auf kleinem Fuss

Aus Amerika kommt der Trend zum Wohnen auf wenigen Quadratmetern. Tiny Houses heissen die reduzierten, oft mobilen Eigenheime. Doch hierzulande ist es gar nicht so einfach, einen Stellplatz für das Minihaus zu finden. Das gilt auch für andere Kleinwohnformen wie Bauwagen, Hausboot oder Wohncontainer.

Die Tiny-House-Bewegung hat ihren Ursprung in den USA. Dort galt es vor einiger Zeit nochals Nonplusultra, möglichst grosszügig zu wohnen und grosse Häuser zu bauen, in denen man all seine Besitztümer unterbringen konnte.

Positive Ökobilanz

Doch gerade hier hat ein Sinneswandel stattgefunden: Denn grosse Häuser kosten viel. Sowohl beim Bau als auch in der Unterhaltung. Tiny Houses hingegen sind nicht nur günstig in der Anschaffung, auch der Energiebedarf ist sehr gering, und durch die Verwendung umweltfreundlicher Technologien entsteht oftmals sogar eine positive Ökobilanz. Durchschnittlich bewohnt ein Schweizer 46 m einem Tiny House sind es etwa 7 m Manche Mini-Häuser lassen sich sogar mehrstöckig stapeln und könnten damit eine Alternative zu Wohnblöcken sein. Aber nicht nur das macht die kleinen mobilen Häuser so beliebt, sondern auch die Tatsache, dass viele Bewohner ganz bewusst ihr Leben vereinfachen möchten. Sie möchten sich «verkleinern», nicht mehr so viel besitzen, nur noch einen geringen ökologischen Fussabdruck hinterlassen und unabhängiger sein. Ein Trend, der auch in Europa angekommen ist – online zumindest. Denn noch verhindern komplizierte Bauvorschriften, Genehmigungspflichten und Strassenverkehrsverordnungen die Ausbreitung von Tiny Houses oder anderen Kleinwohnformen.

Baugesuch nötig
In der Schweiz etwa unterscheiden sich die Bauordnungen von Kanton zu Kanton. Wer sein Tiny House bei einem Bauern abstellt, riskiert eine Anzeige. In der Landwirtschaftszone dürfen nämlich nicht einfach so Bauten aufgestellt werden. Die einzig legale Lösung besteht darin, eine Parzelle Bauland zu kaufen, ein Baugesuch zu stellen und einen Wasser- und Kanalisationszugang zu legen (was ziemlich teuer sein kann).

Das gilt auch für andere Kleinwohnformen, also Wohneinheiten mit höchstens 40 m Gesamtfläche – etwa Minihäuser, Zirkuswagen, Wohncontainer, Jurten oder Hausboote. Sie steht nicht auf festen Fundamenten, sondern entweder auf Rädern und / oder Punktfundamenten, sodass sie einfach verschiebbar ist. KWF müssen alle hygienischen Bedingungen erfüllen, sodass sie als Hauptwohnsitz genutzt werden kann. Der Verein Kleinwohnformen Schweiz setzt sich für eine einheitliche und unkomplizierte Bewilligungspraxis ein und will die diversen Kleinwohnformen in der Schweiz bekannt machen.

Durchschnittlich bewohnt ein Schweizer 46 m2 Wohnfläche, in einem Tiny House sind es etwa 7 m2.
Durchschnittlich bewohnt ein Schweizer 46 m2 Wohnfläche, in einem Tiny House sind es etwa 7 m2.